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: Gesellschaft :: „Ausländer raus!“ :
Einen wie ihn könnte man heute gut gebrauchen: Das Leipziger Kino UT Connewitz verneigt sich noch einmal vor dem Aktionskünstler Christoph Schlingensief. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „Ausländer raus! Schlingensiefs Container" aus dem Jahr 2002. Unbedingt empfehlenswert

Text: Max Feller; Bild: Paul Poet & Filmgalerie 451

Zurück geht es, ins Jahr 2000. Anlässlich des Kulturfestivals „Wiener Festwochen" gelingt dem Aktionskünstler Christoph Schlingensief ein Coup. Mitten im touristischen Zentrum von Wien stellt er einen Abschiebecontainer mit zwölf Asylanten auf: Interaktiv, beeinflussbar und rund um die Uhr beschallt mit rassistischen Ansprachen der damaligen FPÖ-Größe Jörg Haider. Die Folge? Einblicke ins österreichische Gemüt, tausende Passanten erregen sich vor Ort und werden so zu Mitspielern in Schlingensiefs Inszenierung. 


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Damals, als noch mediale Perversionen wie die Überwachungs- Container im Stile von „Big Brother" kontrovers diskutiert worden sind, lädt Schlingensief zur großflächigen Entlarvung: Unter dem Motto „Ausländer raus!" kann täglich per Zuschauerabstimmung im Internet ein Bewohner „abgeschoben" werden.

Die Folgen der Aktion bestärken und überraschen Schlingensief: Es kommt zu hitzigen politischen Debatten, offenen Anfeindungen, lautstarken Demonstrationen und permanenten Attacken durch rechte wie linke Gruppierungen – bis hin zu versuchter Brandlegung und der Erstürmung des Containers.

Währenddessen beteiligen sich annähernd eine Million (!) User im Internet an den Abstimmungen und angegriffene FPÖ-Politiker sowie die „Kronen-Zeitung" reichen eine Flut von Klagen ein.

Wow! Regisseur Paul Poet begleitet in seinem Dokumentarfilm das Geschehen vom ersten bis zum letzten Tag und stützt sich dabei auf fast 100 Stunden Originalmaterial. Außerdem kommen in rückschauenden Kommentaren Gestalter, Freunde und Feinde der Aktion zu Wort. Stimmen gibt es bespielsweise von Elfriede Jelinek, Gregor Gysi oder Josef Bierbichler. Vom australischen Hippie-Fanclub, konservativen Frankfurter Geschäftsleuten bis zu slowenischen Nazi-Skins: Alle vereinen sich in diesem absurden Szenario zu gemeinsamer Kommunikation und Selbstentblößung.

Kurz nach dem Geschehen beginnt die Verdrängung: Politiker und Journalisten versuchen diese geschichtlich einzigartige Aktion, den Belastbarkeitstest einer westlichen Demokratie, als kurzlebigen „Event", ungeachtet der dadurch mobilisierten Massen, lächerlich und vergessbar zu machen. Ein Lehrstück der besonderen Art, gestern wie heute. Unbedingt ansehen.

Ausländer raus! Schlingensiefs Container, am 3. Oktober um 21 Uhr und am 7. Oktober um 19 Uhr, UT Connewitz, Leipzig 



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