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: Kultur :: „Ich sag Ja zum Adrenalin“ :
Oliver Rank hat „ReilEcke 1988 – eine Improtheaterseifenoper" geschaffen, bei Radio Corax kennt man ihn von dem live improvisierten „Hörspiel auf Verlangen". Zudem ist er Ensemblemitglied bei vielen freien Theatern Halles. Der Sprecher der Interessengemeinschaft „Freie Theater Halle" hat einiges zu sagen hat

Text: Mathias Schulze; Bild: Jörn Stubbe

Ein Gespräch über Gießkannen, Geld und Särge.

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Glückwunsch, „ReilEcke 1988 – eine Improtheaterseifenoper" an Fleischers Kiosk in der Händelstraße/ Ecke Berburger kommt in Halle so gut an, dass Sie sich bald mit dem Begriff „Kult" beschäftigen müssen …

Kult höre ich das erste Mal, aber es hört sich gut an. Für dieses Jahr habe ich keine Bedenken, die Soap läuft bisher sehr gut. Es ist ein einmaliges Zuschauererlebnis, da man an einem belebten, zentralen Ort zuschauen kann, wie über mehrere Folgen eine große Geschichte entsteht. Es ist eine Zeitreise mit geschichtlichem Hintergrund, es gibt spontane Aktionen und Situationskomik. Das ist einmalig in Halle. Und es ist eine sich gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit mit dem Verein „hr.fleischer" und dem Hörspiel auf Verlangen.

Die Show zeigt, wie viel Strahlkraft die freie Szene entwickeln kann. Das sind gute Argumente inmitten großer Herausforderungen.

Halle hat eine große und vielfältige freie Theaterszene mit über 20 Gruppen und Einzelkünstlern sowie einer hohen Anzahl von Aufführungen. Auf die Stadtgröße bezogen, gibt es eine hohe Dichte an Tanztheatern sowie mehrere Vereine, die sich professionell mit der Kinder- und Jugendtheaterarbeit auseinandersetzen. Aber trotz der gesteigerten Förderung gibt es noch einige Baustellen. Noch immer gibt es keine geeigneten Räumlichkeiten, um das vor zwei Jahren geschlossene Theater Mandroschke zu ersetzen, es gibt keinen zentralen Standort, der für die Bürger Halles eindeutig als Theater vieler freier Gruppen identifizierbar ist. Es bleiben uns nur temporäre Einmietungen übrig, die mit viel Logistikaufwand (Bühnenbildern und Technik) verbunden sind. Deswegen hat es sich der Verein „Freie Spielstätten Halle" zur Aufgabe gemacht, eine gemeinsame Spielstätte zu finden. Vielleicht ergibt sich durch dieses Interview ein Immobilienangebot.

Vielleicht. Wie sieht der Status Quo der Förderung gerade aus?

Die Stadt vergibt ihre Mittel derzeit nach dem Gießkannenprinzip, es sind aber mehr Anträge als Geld vorhanden. Dadurch wird gekürzt, so dass manche Projekte nur schwer oder nicht zu bewerkstelligen sind. Noch immer können wir die in den meisten Bundesländern schon übliche Honoraruntergrenze nicht halten. Und aktuell informieren wir uns, wie die Fördermodalitäten in anderen Kommunen, Städten und Ländern sind, wir sind im Austausch mit der Stadt Halle.

Zur Landesförderung: Bundesweit hat unsere Interessengemeinschaft „Freie Theater Halle" vor zwei Jahren sehr viel positive Aufmerksamkeit erregt, auf Landesebene fungiert diese Initiative als Vorbild. Ein ähnlicher Schritt soll nun in Zusammenarbeit mit unserem Landesverband „Lanze" auf Landesebene gemacht werden, da auch dort einiges bei den Fördermodalitäten im Argen liegt.
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„Dank einer verfehlten Bildungs- und Sozialpolitik werden kommende Generationen, zu funktionierenden Zombies herangezogen, die unreflektiert nachplappern und im schlimmsten Fall auf Spalter und Rattenfänger hereinfallen.“

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Sie sind gelernter Immobilienkaufmann. Und der Droge Bühne verfallen?

Ich habe Immobilienkaufmann gelernt, aber danach nie in diesem Beruf gearbeitet. Ja, auf der Bühne stehen, kann wie eine Droge sein. Die Glücksgefühle, die sich gerade beim Improtheater entwickeln, sind meine Droge, auch Texttheater verursacht ein angenehmes Herzklopfen. Ich sage „Ja" zum Adrenalin!

Und auch zum Bildungsauftrag der Kunst?

Wenn ich lese, dass die Konsequenz eines über Jahre verschleppten Lehrermangels die Reduzierung von Schulfächern wie Musik, Kunst und Sport sein soll, dann hat die Politik ihr Thema verfehlt. Gerade diese Fächer halten uns zum Nachdenken, Hinterfragen, Entfalten und Zusammenhalten an. Jedoch scheint das nicht gewollt zu sein. Stattdessen werden die kommenden Generationen, dank einer verfehlten Kultur-, Bildungs- und Sozialpolitik, zu „funktionierenden" Zombies herangezogen, die unreflektiert nachplappern und im schlimmsten Fall auf Spalter und Rattenfänger hereinfallen. Dagegen kann Theater mit seinen verschieden Facetten helfen. Nur lösen kann es die Probleme nicht.

Das Theater Apron war mit „Geld – Das Stück zum Schein" zu einem Theaterfestival in Heidelberg eingeladen: Kam es gut an?

In Halle waren viele Zuschauer mit dem Thema schon vertraut, es gab interessante Gespräche und viel Input nach den Vorstellungen. Das Heidelberger Publikum schien unvorbereiteter, einige Aha-Momente der Zuschauer konnten wir auslösen, einige haben wir wohl auch ertappt bei Themen wie unsinnige Riesterrente, zwei Bausparverträge oder drei Lebensversicherungen. Vielleicht hatten dort manche einen seichten, lustigen Theaterabend erwartet. Das bietet das Stück zwar auch, aber vor allem ist es voller Information und randvoll mit realem Irrsinn. Das Thema Geld ist so dynamisch, dass wir das Stück, welches wir nun im Juni in Halle im WUK-Theater-Quartier noch einmal spielen, leicht anpassen mussten, denn schließlich war die letzte Aufführung in Halle im November 2017.

Ergänzen Sie bitte diesen Satz: Beim Apron-Sommertheater „Sarg zu – Augen auf" erwartet uns …

… eine schöne Atmosphäre, viel Spielfreude, hoffentlich gutes Wetter und jede Menge schwarzer Humor.


„ReilEcke 1988 – eine Improtheaterseifenoper", 22. Juni, Kiosk am Reileck, 20 Uhr; „Geld-Das Stück zum Schein", 8. und 13. Juni, WUK-Theater- Quartier, jeweils 20 Uhr; Sommertheater Apron: „Sarg zu-Augen auf", ab 4. Juli, Graben der Moritzburg, jeweils 19 Uhr


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